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Kanada, Nova Scotia, September 2005
Kanada stand schon lange auf unserer Reise-Wunschliste, 2005 war es dann so weit. Ausgesucht haben wir uns Nova Scotia an der Ostküste und speziell Cape Breton Island. Diese Insel versprach viel Natur, Ruhe und natürlich auch die Möglichkeit zum Tauchen.
Gegend Cape Breton liegt im Norden Nova Scotias umgeben vom Atlantik und der Bay of St. Lorentz, in die der bekannte St. Lorentz Strom mündet. Im Zentrum befindet sich ein riesiger See, mehr ein Binnenmeer, der Bras d’Or Lake. Dieser hat einen Zugang zum Atlantik, es ist also auch mehr oder weniger salziges Wasser drin. Noch ein Tipp: Man sollte die Entfernungen nicht unterschätzen. Die Kartenmaßstäbe unterscheiden sich von europäischen mächtig und so mancher Kurztrip kann sich als „Weltreise“ entpuppen.
  
Kanada ist nicht nur bekannt für Wälder, Berge, Seen und viel Ruhe sondern auch für allerlei Meeresgetier, welches von dort in alle Herren Länder geht. Hier tut sich besonders Homarus americanus, bürgerlicher Name: Amerikanischer Hummer, hervor. Den gibt’s in Mengen an jeder Ecke, ich meine jetzt nicht Supermärkte. Also, wenn’s mal heftig zwickt beim Tauchen seid ihr zu nah dran gewesen ;-). Früher (ist schon eine Weile her) gab’s davon so viele, dass Hummer als arme Leute Essen galt. Auf Cape Breton gibt es viele Wanderwege (Trails) aller Couleur und Schwierigkeitsgrade. Viele davon befinden sich in den Highlands, einige sehr schöne auch in unmittelbarer Nähe der VIPI Lodge (Eco Trail).
Unterkunft
Vollmers Island Paradise (VIPI Lodge) war unsere “Heimatbasis”. Untergebracht wird der geneigte Tourist hier in gut ausgestatteten Blockhäusern, 6 an der Zahl und für 2 Personen ausgestattet, und einem „Fischerhäuschen“ für 4 Leute. Neben der ursprünglichen Natur kann man hier die Gastfreundschaft von Arthur und Maria und vor allem Stille genießen. Wer nicht Kochen will kann bei auch Arthur und Maria im Restaurant „Zum Schöpflöffel“ essen, lecker und sehr empfehlenswert. Mehr gibt’s hier: www.vipilodge.de
Tauchen Tauchen vor Cape Breton bedeutet normalerweise kaltes Wasser und gute Sichtweiten. Der Trocki ist Pflicht. Dieses Jahr gab’s aber die Ausnahme von der Regel. Täglich stieg die Wassertemperatur (bis auf 14 Grad in 30m) und damit wurden die Sichten immer geringer. Fast Baggerseeniveau. Es hat trotzdem viel Spaß gemacht. Also was gibt’s zu sehen? Natürlich Hummer, viel Kelp, große Mengen an Muscheln und Seesternen, Seeanemonen. Und was wirklich überraschend war: Weichkorallen!!! Nicht so groß und bunt wie im Roten Meer, aber es gibt sie. Ein weiteres Highlight ist das Wrack der „Arrow“ Der in zwei Teile zerbrochene ehemalige Öltanker liegt am Cerberus Rock. Das imposante Heck liegt aufrecht in Nähe des Nordhangs des Riffs auf Kiesgrund und ist leicht betauchbar. In den umliegenden Trümmerteilen finden sich neben dem obligatorischen Hummer auch ein Standort treuer Seeteufel. Und im Herbst gibt’s zudem massenhaft Klippenbarsche. Die werden regelrecht aufdringlich bei dem Versuch irgendetwas aus Haut oder Neopren raus zu beißen. Neben der Arrow gibt es noch weitere Tauchplätze wie z. B. Cape Hogan, Guet Cove, das Wrack der Balaine und vor Fox Island. Die Insel ist klein, baumlos und unbewohnt. Auf diesem kann auch gezeltet (Biwak) werden. Unbedingt zu empfehlen, Abenteuer Romantik pur!
  
  
Fazit Kanada und Nova Scotia ist für alle, die viel viel Natur und Ruhe mögen genau das Richtige. Landschaft hat’s jede Menge, auch großes (Elche), kleines (Mücken) und gefährliches Getier (Schwarzbären). Für die Überlandfahrten sollte man genügend Sitzfleisch mitbringen und jeder der abtauchen will, sollte kaltwasserfest sein. Uns hat es jedenfalls so gut gefallen, dass wir 2006 wieder da sein werden.
Text & Bilder: Steffen Marquard
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